DAS SICH WANDELNDE GESICHT DES RECRUITINGS
Gewöhnlich haben Bewerber nach Abschluss des Verfahrens nicht mehr viel zu sagen. Dennoch versuchte man im Rahmen der genannten Studie Licht in diese Überlegungen zu bringen und somit ein umfassendes Bild zu erstellen, wie der typische Arbeitnehmer oder Bewerber sich auf die Suche nach einem Arbeitsplatz macht.
Zweifelsohne ändert sich durch die technologische Weiterentwicklung auch die Art und Weise, wie Personen nach Arbeit suchen und wie sie Informationen an mögliche Arbeitgeber weitergeben.
Es gibt ebenso aufschlussreiche Erkenntnisse, wie Personen sich selbst vermarkten, wie sie sich in den wichtigsten Bewertungsübungen schlagen und wie sie mit den unterschiedlichen Elementen des Bewerbeverfahrens umgehen.
Im Rahmen der Studie wurden zahlreiche Themen rund um die Anwerbung neuen Personals aus der Sicht des Bewerbers untersucht, wobei das Ziel darin bestand, Motivation und Wünsche von Arbeitsuchenden in einer breiten Palette von Branchen weltweit besser zu verstehen.
Die gewonnenen Erkenntnisse sind das Ergebnis einer weitreichenden weltweiten Studie von Kelly Services.
In der weltweiten Arbeitskraftuntersuchung von Kelly (Global Workforce Survey) wurden etwa 115.000 Personen in 33 Ländern in Europa, dem asiatisch-pazifischen Raum, Nordamerika und Südamerika befragt.
Die Hauptschlussfolgerungen der Untersuchung lauten wie folgt:
- Durchschnittlich fanden in allen 33 Ländern der Untersuchung mehr Menschen ihre letzte Arbeitsstelle über eine Online-Anzeige als durch andere Mittel. Durchschnittlich 30 % fanden ihre Stelle online gegenüber 19 % über „Mundpropaganda“, 17 % als Ergebnis eines direkten Anrufes von einem Arbeitgeber oder Rekrutierungsunternehmen, 14 % durch „andere“ Mittel, 12 % als Ergebnis einer direkten Kontaktaufnahme mit einem Arbeitgeber und 9 % durch eine Zeitungsannonce.
- Die Mehrheit der Befragten (55 %) nennt das „Warten auf eine Antwort“ als den negativsten Aspekt des Bewerbungsverfahrens.
- Durchschnittlich stellten in den 33 Ländern 76 % der Personen ihren Lebenslauf auf eine Online-Datenbank, wobei lediglich 50 % der Betreffenden mit der Reaktion darauf zufrieden waren.
- Die große Mehrheit (73 %) gibt an, dass sie die Bewerbung für eine Stelle online als sehr effizient oder relativ effizient einschätzen. Diese Zahl steht 53 % der Personen gegenüber, welche traditionell schriftliche und postalisch versendete Bewerbungen nutzen.
- Durchschnittlich 78 % der Befragten geben an, dass sie seitens der Arbeitgeber im Bewerbungsgespräch „immer“ oder „meistens“ gerecht behandelt werden. Weitere 21 % sagen, „manchmal“ und 2 % „niemals“ gerecht behandelt zu werden.
- Knapp mehr als die Hälfte (56 %) gibt an, überzeugt zu sein, dass ihr Lebenslauf sie bestmöglich darstellt. 14 % sind der gegenteiligen Meinung und 30 % sind sich nicht sicher.
- Durchschnittlich 12 % der Befragten geben an, im Lebenslauf oder beim Bewerbungsgespräch nicht immer die Wahrheit zu sagen. Die häufigsten Unwahrheiten sind höher angesetzte Gehälter in vorherigen Funktionen, nicht erwähnte negative Details der Vergangenheit und die Angabe von nicht vorhandenen Erfahrungen.
- Wenn ein einzelnes Attribut genannt werden sollte, welches ihrer Meinung nach der bedeutendste Indikator dafür ist, ob sich eine Person für eine Stelle eignet oder nicht, dominieren zwei Faktoren – Arbeitserfahrung und Arbeitseinstellung / Persönlichkeit, welche mit jeweils 40 % genannt werden. Andere Faktoren, wie Leistung während des Bewerbungsgesprächs, Überprüfung der Referenzen, Ausbildungsebene und Ergebnisse psychologischer Tests, nehmen die hinteren Plätze ein.
- Durchschnittlich 71 % der Befragten geben an, eine gute Leistung bei direkten Bewerbungsgesprächen zu erbringen, während 10 % gegenteilige Angaben machen und 19 % sich nicht sicher sind.
